Vorwort von Dr. Heinrich Schaller

Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenlandesbank OÖ

HERVORRAGENDES ERGEBNIS IM 1. HALBJAHR 2021: INVESTITIONEN IN DER KRISE SIND DER MOTOR FÜR DEN WIRTSCHAFTSAUFSCHWUNG

Österreichs Wirtschaft hat sich im Frühjahr deutlich schneller und besser von den Folgen der COVID-19-Krise erholt, als viele Experten und Analysten das noch 2020 für möglich gehalten haben – und damit einen soliden Wachstumskurs eingeschlagen. Mit sinkenden COVID-19-Neuinfektionen, auch aufgrund des fortschreitenden Impfgrades, konnten wesentliche Geschäftseinschränkungen für heimische Betriebe und besonders betroffene Branchen abgebaut werden. Zudem hat auch der Konsum wieder deutlich an Fahrt aufgenommen. Allein die allgemeine Infektionslage ist und bleibt in Hinblick auf die nächsten Monate weiterhin ein Unsicherheitsfaktor. Der aktuelle Aufschwung und die positive wirtschaftliche Entwicklung spiegeln sich auch besonders im vorliegenden Halbjahresfinanzbericht 2021 der Raiffeisenlandesbank OÖ wider.

 

Erfreuliche Risikosituation

Nicht zuletzt dank der fortgesetzten staatlichen Unterstützungsmaßnahmen für Unternehmen hat die COVID-19-Krise bisher keine Insolvenzwelle ausgelöst. Im Gegenteil: Durch Maßnahmen wie Kurzarbeit oder staatliche Hilfsgelder scheinen sich keine erhöhten Insolvenzen abzuzeichnen. Im zweiten Quartal 2021 ist die Zahl der Firmenpleiten jedenfalls weiter gesunken. Von April bis Juni 2021 zählte die Statistik Austria mehr als 25 % weniger Fälle von Zahlungsunfähigkeit von Betrieben als im Vorjahreszeitraum. Dementsprechend erfreulich stellt sich auch die Risikosituation im Konzern der Raiffeisenlandesbank OÖ im ersten Halbjahr dar. Die NPL-Quote liegt zum Halbjahr bei 1,75 %. Es ist aber davon auszugehen, dass es nach Einstellung der staatlichen Hilfsmaßnahmen zu gewissen Nachholeffekten kommen wird.
 

aws-Ranking: Erneut stärkste Förderbank in ÖsterreicH

In den letzten Monaten hat sich deutlich herauskristallisiert, wie wichtig Investitionen in der COVID-19-Krise für Unternehmen waren, um sich auf den neuerlichen Aufschwung und das Comeback der Wirtschaft vorzubereiten. Die Aufgabe der Raiffeisenlandesbank OÖ und der Raiffeisenbanken in Oberösterreich war es einerseits, Liquidität sicherzustellen sowie Kundinnen und Kunden mit Know-how und in enger Zusammenarbeit durch herausfordernde Phasen zu begleiten. Andererseits galt es auch, Investitionen zu ermöglichen, um die positive Konjunktur möglichst optimal nutzen zu können. Die Raiffeisenlandesbank OÖ hat dazu etwa im Bereich Förderungen über viele Jahre Erfahrung gesammelt und ein wertvolles Netzwerk aufgebaut. Die Expertise spiegelt sich auch in einem aktuellen Banken-Ranking des Austria Wirtschaftsservice (aws) wider: In den ersten sechs Monaten des Jahres 2021 hat die Raiffeisenbankengruppe OÖ mehr als EUR 126 Mio. und damit rund ein Drittel des Volumens aller in Österreich genehmigten aws erp-Kredite (European Recovery Program = Europäisches Wiederaufbau-Programm) abgewickelt. Die Auswertung des Austria Wirtschaftsservice zeigt, dass die Raiffeisenbankengruppe OÖ sowohl bei der Anzahl als auch beim vergebenen Kreditvolumen den mit Abstand größten Marktanteil hält und somit als klare Nummer 1 die stärkste Förderbank in Österreich ist. Diese Position konnten wir sogar im ersten Halbjahr 2021 nochmal deutlich ausbauen und haben damit mehr Fördervolumen abgewickelt als die vier nächstgereihten Banken zusammen.
 

Wir verfügen weiterhin über eine stabile Kernkapitalausstattung

Wir forcieren eine nachhaltige Entwicklung, die uns als Bank und damit gleichzeitig auch unseren Kundinnen und Kunden zugutekommt. Eine wertvolle Basis und ein zentrales Fundament, um die Kunden auch in Zukunft bei ihren Vorhaben und Projekten als verlässlicher Bankpartner begleiten zu können, ist unsere starke Kapitalausstattung. Die harte Kernkapitalquote (CET 1 Ratio) in der Kreditinstitutsgruppe liegt trotz herausforderndem Umfeld durch die COVID-19-Krise und vor Anrechnung des sehr guten Halbjahresergebnisses mit 14,93 % weiterhin auf hohem Niveau. Würde man die Gewinne des ersten Halbjahres, die aufgrund regulatorischer Anforderungen erst am Jahresende anrechenbar sind, mitberücksichtigen, hätte sich sogar eine harte Kernkapitalquote von 15,90 % ergeben. Besonders erfreulich ist auch, dass die Konzernbilanzsumme der Raiffeisenlandesbank OÖ im ersten Halbjahr erstmals die 50-Milliarden-Euro-Schwelle überschritten hat. Im Vergleich zu Ende 2020 konnte sie um 4,2 % gesteigert werden und befindet sich damit per Ende Juni 2021 bei EUR 50,6 Mrd.
 

Periodenüberschuss vor Steuern bei EUR 297,7 Mio.

Die Raiffeisenlandesbank OÖ ist in der Lage, Impulse, Ideen und Vorhaben ihrer Kunden mit Bankdienstleistungen, die weit über das übliche Maß hinausgehen, zu unterstützen. Die guten Ergebnisse im ersten Halbjahr 2021 liefern dafür eine ausgezeichnete Basis. Im Konzern der Raiffeisenlandesbank OÖ konnte im ersten Halbjahr 2021 mit einem Periodenüberschuss vor Steuern in Höhe von EUR 297,7 Mio. (Steigerung von EUR 513,7 Mio. gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres) und einem Betriebsergebnis von EUR 227,6 Mio. (Steigerung von EUR 310,7 Mio.) ein außerordentlich gutes Ergebnis erzielt werden.
 

Auszeichnung für „Green Deal of the Year“

Auf Basis einer stabilen Ausgangsposition mit einer gesunden Kernkapitalausstattung hat sich die Raiffeisenlandesbank OÖ zum Ziel gesetzt, ihre Position im österreichischen Bankensektor zu festigen und weiter auszubauen. Einen wesentlichen Beitrag dazu leisten zukunftsweisende Strategien, die sowohl Kundenorientierung, weitere Digitalisierungsschritte, aber vor allem auch das Thema Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt stellen. Mit dem „EBRD Green Trade Facilitation Programme Award“ hat die Raiffeisenlandesbank OÖ darüber hinaus heuer eine renommierte Auszeichnung der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) erhalten: Als „Deal of the Year 2020 – Green Trade“, also Grüner Deal des Jahres, wurden die TBC Bank mit Sitz in Georgien und die Raiffeisenlandesbank OÖ gemeinsam ausgezeichnet – konkret für die Absicherung bzw. Abwicklung eines Exportgeschäfts eines österreichischen Kunden, das darauf abzielt, die Energieversorgung zu verbessern und die Verwendung von fossilen Brennstoffen in Georgien zu reduzieren.
 

Pionierarbeit in puncto nachhaltige Investments

Auch für Anleger rücken Umweltthemen immer stärker in den Fokus, entsprechend groß sind demnach die Nachfrage nach und das Interesse an nachhaltigen Investments. KEPLER Fonds KAG, die Fondstochter der Raiffeisenlandesbank OÖ, leistet hier bereits seit vielen Jahren mit innovativen Produktangeboten Pionierarbeit. Vom gesamten Kundenvolumen von EUR 18 Mrd. entfallen bei KEPLER bereits rund EUR 2,7 Mrd. auf nachhaltig gemanagte Portfolios, davon EUR 1,1 Mrd. auf Publikumsfonds für Privatanleger.

Mit ihren Dienstleistungen, einer effizienten und zielgerichteten Liquiditätssteuerung sowie dem umfassenden Risikomanagement in Kombination mit modernen Controlling-Instrumenten setzt die Raiffeisenlandesbank OÖ alles daran, auch künftig das Vertrauen der Kundinnen und Kunden zu rechtfertigen und Unternehmen, Institutionen sowie Privatkunden bei ihren Projekten umfassend zu begleiten.

 

Dr. Heinrich Schaller
Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenlandesbank OÖ